Bali Planung

G’day Mates!

Letztes Jahr (Juni 2016) war ich in Bali. Ich hatte vor, dort für vier Wochen zu bleiben und im Rahmen einer Freiwilligenarbeit Land und Leute kennenzulernen. Was man bei der Planung bedenken sollte, erzähle ich euch im heutigen Post.

Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Planung | Fazit

Reiseplanung

Ich würde das erste Mal allein von zu Hause weg sein. Ein beängstigender Gedanke, den ich lange mit mir herumtrug. Stellt euch vor, ihr seid das erste Mal allein unterwegs in einem Land, von dem ihr keine Ahnung habt und hockt alleine in einem Hotel. Das Heimweh folgt dem Kulturschock.

Daher fiel meine Entscheidung schnell auf ein Volunteer-Project, da es mir wichtig war, nicht allein zu sein und etwas zu tun zu haben. Man ist mit Menschen zusammen, die genau in der gleichen Situation sind und sanft an alles herangeführt werden.

Und glaubt mir, wenn ihr das erste Mal in Asien seid, habt ihr einen Kulturschock.

Also habe ich mich nach Organisationen umgesehen und geschaut, was am besten zu mir passt. Die Preise waren mehr oder weniger recht ähnlich. Von daher hat man wirklich eine große Auswahl zur Verfügung.

Ich entschied mich für ein dreiwöchiges Programm:

  • Introduction Week (Kultur, Land und Leute)
  • Yoga Week (ich wechselte dann zur Adventure Week)
  • Volunteer Project Turtles
  • eine Woche privat für mich

Dann habe ich mich daran gemacht, mir Wissen über Bali anzulesen. Klima, Sehenswürdigkeiten, etc. Ein paar Hinweise gab mir meine deutsche Organisation, auch was das Packen anging.

Aber das war nicht das riesige Problem für mich. Ich verreise schon seit ich klein bin mit meinen Eltern, auch in entferntere Länder und hatte schon Ideen, was ich brauchen würde und was ich auf Vorrat anschleppen müsste.

Ansonsten habe ich bewusst nicht so viel geplant. Da Bali ganz anders ist, als alles, was ich bisher erlebt habe. Daher wollte ich mich überraschen lassen und spontan auf das reagieren, was mir geboten wurde.

War im Nachhinein auch besser so.

Dokumente

Dieser Abschnitt ist nicht für Kurzreisen in Europa interessant, sondern eher für längere Reisen in weitere Ferne 😉

Jeder führt auf einer Reise Dokumente mit sich, die man braucht, aber eigentlich nicht braucht – also (Impf-)Pass, Nachweis der Reiseversicherung, Unterlagen zur Reise, etc.

Ich habe alle Dokumente dieser Art kopiert und in eine Infomappe gelegt, die ich meinen Eltern gegeben habe. Für mich war es wichtig, dass Vertrauenspersonen wissen, wo ich wann bin und auf alle wichtigen Informationen Zugriff haben. Bei dieser Reise war das auch absolut notwendig, daher war ich froh, es dieses Mal so akribisch vorbereitet zu haben.

Gleichzeitig habe ich diese Dokumente eingescannt und in einem extra erstellten Gmail-Konto abgelegt. Das war im Nachhinein aber ziemlich blöd. Gmail dachte nämlich, dass ich ein Hacker bin, weil ich aus Indonesien darauf zugegriffen habe. Die Sicherheitsfragen, die ich nicht eingestellt hatte, konnte ich demnach nicht beantworten. Dienste wie Dropbox & Co. wären wahrscheinlich besser 😉
Mir war es nur wichtig, dass ich ein Konto habe, das mit nichts auf meinem Handy verknüpft und synchronisiert wird. Wenn das weg ist, nützt der Aufwand nämlich wenig.

Gut ist es auch, sich Sperrnummern für diverse Konten in so einem Postfach abzulegen. Ihr könnt diese auch mit Zahlen multiplizieren, die nur ihr kennt, falls euch das zu unsicher ist.

Wenn ihr zB euer Handy mit der Nummer 1234 sperrt und diese Zahl mal 5 nehmt (6170) kann ein Hacker nichts damit anfangen. Gleiches gilt auch für Sicherheitspins. Ihr dürft dann im Ernstfall nur nicht vergessen, die Zahl wieder durch 5 zu teilen 🙂

Ich habe meinen Eltern auch Vollmachten gegeben, damit sie für den Fall der Fälle auf mein Geld oder andere Dinge Zugriff haben, wenn es mir aus dem Ausland nicht möglich ist. Man weiß nie, was passieren kann.

Außerdem habe ich eine Packliste mit Fotos und den Kosten der einzelnen Objekte erstellt und ebenfalls in das Postfach abgelegt. Auf Langstreckenflügen kann es nämlich gern mal passieren, dass etwas verloren geht. So hätte ich zumindest gewusst, was ich brauche und nicht etwas Wichtiges vergessen nachzukaufen.

Packliste

Ich gehe jetzt nicht auf Klamotten ein, denn das muss jeder für sich wissen, was und wie viel er mitnimmt, ich möchte dazu nur sagen: Nehmt nach Bali so viel atmungsaktives Zeug mit, wie ihr könnt. Das trocknet bei 94% Luftfeuchtigkeit besser und schneller als alles andere. Meine T-Shirts waren nach knapp zwei Stunden trocken und ich konnte den Platz für die Klamotten der anderen Mädels räumen.

Ansonsten ist ein Moskitonetz ein Muss. Abgesehen davon, dass es saucool ist, drunter zu schlafen, hat man nicht mit Mücken, Geckos oder sonstigem Viechzeug zu tun. Da die Motten schon mal handtellergroß sein können, eine Überlegung wert 😉
Wir hatten alle möglichen Arten von Moskitonetzen im Zimmer und waren uns einig, dass meine Version die beste war. HA! 😀

Wie ihr unten sehen könnt, hat meines eine viereckige Form (besser sehen könnt ihr es HIER) Dadurch fällt das Netz nicht direkt ins Gesicht, wenn man schläft, wie es bei Moskitonetzen mit rundem Gestell schnell der Fall ist, da der Winkel anders ist. Schwierig zu erklären 😀
Dengue-Fieber ist an sich kein Problem in Bali (Malaria sowieso nicht), aber es gab einige Fälle bei den Volunteers, die deshalb nach Hause geflogen sind. Deshalb ist ein Moskitonetz doppelt angenehm.

Ich hatte Zeltschnüre mit, von denen ich dachte, dass ich sie NIEMALS brauchen würde. Naja. Seht selbst.

 

Ansonsten empfehle ich ein kleines Medizin-Täschchen, ein Erste Hilfe-Täschchen, einen Haken zum Eindrehen in die Decke oder Klebeband (auch fürs Moskitonetz). Ob ihr die Haken auch in euren Unterkünften benutzen dürft, erfragt vor Ort.

Wichtig ist auch Zwieback. Dass man sich in asiatischen Ländern etwas mit dem Magen einfängt, ist sehr wahrscheinlich. Und glaubt mir: Dann wollt ihr Zwieback. Nichts mit Curry, keine Cracker mit Salz oder Tonnen Zucker, sondern guten deutschen Zwieback. Es ist auch erlaubt, diesen einzuführen. Ihr werdet es nicht bereuen 😀

Ansonsten kommt es extrem darauf an, wo ihr hinfahrt. Wo ihr übernachtet. Manchmal müsst ihr nicht zwingend Toilettenpapier mitnehmen. Geht ihr aber in eine Volunteerhöhle wie ich, wäre es eine gute Idee. Das Papier ist furchtbar dünn und dadurch verbraucht man es auch sehr schnell. Nicht immer war Nachschub da.

Falls ihr Fragen zur Packliste haben solltet, fragt einfach nach. Es ist jedoch sehr individuell und daher gibt es nicht DIE EINE Packliste.

Alex von Worttänzer hat eine tolle Vorlage für eine Packliste erstellt, die sie kostenlos zum Download anbietet. Wäre ich nicht längst unterwegs gewesen, hätte ich sie definitiv benutzt. 🙂
(So, wohin geht es als nächstes, damit ich sie nutzen kann? 😀 )

Ich hatte knapp 11kg mit und kam damit sehr gut aus.

Budget

Hierbei muss ich sagen, dass ich mein Budget wenig im Vorfeld geplant habe.

Ich war für drei Wochen vollständig durch meine Organisation abgedeckt für Kost und Logis und das zu einem fairen Preis. Das einzige, was in der Zeit dazukam, waren private Ausgaben.

Da sich die bei mir generell sehr in Grenzen halten, kann ich wenig dazu sagen. Hier muss jeder für sich entscheiden, wie viel er trotzdem auswärts essen geht (wobei das so eine Sache ist in Bali 😀 ) und wie viele Souvenirs er kauft.

Bali ist extrem billig. Finde ich zumindest. Wir waren beispielsweise in einem organic food-Restaurant und haben für Getränke, Smoothies, Hauptgericht und Dessert pro Nase nur 7€ gezahlt. Wasser kostet in abgefüllten Flaschen um die 15ct und Eintrittspreise belaufen sich oftmals auf 60ct.

Das meiste Geld wird für Taxifahrten draufgehen, da Bali kein Transportsystem hat. Das war mir im Voraus nicht ganz so bewusst, was das für den Alltag bedeutet. Nach ein paar Tagen hat mich das tierisch genervt, weil wir auch nicht so zentral gewohnt haben.

Für eine 10-20 minütige Strecke zahlt man etwa 50.000 Rupiah, das sind 3,40€. Summiert sich, wenn man mal von A nach B will. Dazu kommt, dass man bei jeder Taxifahrt verhandeln muss, für wie viel man mitgenommen wird und dadurch schwanken die Preise sehr. Schlau ist es, sich ein Taxi zu teilen, wenn es geht oder bei mehreren und längeren Strecken individuell einen Preis mit dem Fahrer für den Tag auszuhandeln. So konnten wir uns zu viert einen Fahrer für 300-400.000 Rupiah teilen, was etwa 20-30€ sind.

Organisation

Kommen wir nun zu meinen Organisationen. Ich hatte eine in Deutschland, bei der ich die Reise gebucht habe und die mir auch das Infomaterial zur Verfügung gestellt hat. Diese Organisation hat mich dann nach Bali weiter vermittelt, die für alles zuständig ist, was vor Ort abläuft.

Das Problem ist, dass sich beide Organisationen von meinem Empfinden her nicht ganz einig waren, wann der eine Aufgabenbereich endet und der nächste anfängt. Dadurch kam es immer wieder zu falschen Informationen, was teilweise sehr ärgerlich war. Darauf gehe ich aber stärker im Fazit ein, das im kommenden Monat online geht.

Man muss, sofern man das nicht will, nicht zwingend so in Bali unterwegs sein, nur weil es billig(er) ist. Für eine Woche in einem gut ausgestatteten Hotel (darunter verstehe ich Air Condition, Sauberkeit, vielleicht einen Pool, inklusive Frühstück) zahlt man ab 150€ für eine gesamte Woche aufwärts. Für 4-Sterne ist das ein Spottpreis.

Falls ihr noch Fragen habt, oder etwas genauer wissen wollt, schreibt es mir gern in die Kommentare. Ich helfe, so gut ich kann 🙂

 

 

Liebe Grüße

13e5b-sig

Advertisements

3 Gedanken zu “Bali Planung

  1. Hallo Sarah,

    es ist sehr interessant zu sehen, wie du dich auf deine Reise vorbereitet hast. Ich war erst einmal weiter weg im Urlaub und habe einen Road Trip durch Amerika gemacht, aber das zu planen ist ja wieder einfacher, weil es doch eben etwas anderes ist als Asien.

    Der Zwieback Tipp ist wirklich gut, nur schade das es dir wahrscheinlich zu spät eingefallen ist und du keines mit hattest.

    Ach süß du verlinkst auf meine Packliste? Das wusste ich gar nicht. Vielen lieben Dank <3 Das ist total die Ehre für mich :D

    Wow ich muss sagen du musst klasse gepackt und geplant haben, wenn du nur 11kg mit hattest. Man neigt ja gerne dazu viel zu viel mitzunehmen.

    Die Preise in Bali sind ja wirklich günstig, was sicher praktisch ist, wenn man auch nicht unbedingt viel ausgeben möchte.

    Schade das es aber auch bei den beiden Organisationen noch Schwachstellen gab und nicht alles glatt lief, obwohl man schon nicht alles selber geplant hat, sondern die Organisationen ja bucht, damit die sich auch mit drum kümmern.

    Liebe Grüße,
    Alex

    Gefällt mir

  2. Hallo liebe Alex,

    es freut mich sehr, dass dir der Post gefiel 🙂

    Ich finde, dass es immer einfacher ist, eine Reise zu planen, wenn man weiß, dass man gewisse Dinge notfalls vor Ort kaufen kann. Das war bei meinem Ziel in diesem Falle etwas schwieriger^^ da wird man schon leicht panisch 😉

    Ich habe aus dem Zwieback-Dilemma gelernt und probiere es positiv zu sehen.

    Deine Liste fand ich wirklich enorm hilfreich! Wenn es wieder mal weggeht, werde ich sie auf jeden Fall nutzen! <3

    Mein geringes Packgewicht lag auch daran, dass ich nur sehr wenig Klamotten dabei hatte, bzw, sie auch wenig Raum einnehmen, als wenn ich nach Alaska gereist wäre. So ein paar Tops lassen sich gut und schnell zusammenknüllen und wiegen nichts. Ich hatte mich auch darauf eingestellt, lieber mehr zu waschen.

    Wenn man erst einmal da ist, ist Bali ein relativ billiges Reiseziel (von den Taxifahrten mal abgesehen). Nur die Flüge sind leider so eine Sache :/

    Das mit den Organisationen war wirklich ärgerlich. Aber das passiert leider immer 😦 Aber gut, auch daraus habe ich eine Lehre gezogen…

    Liebe Grüße,
    Sarah

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s