Tour durch die Gärten der Welt

G’day Mates!

Heute möchte ich euch von meiner Tour durch die Gärten der Welt in Berlin Marzahn erzählen. Zum einen war es für mich interessant, im Rahmen von Die Zeitungswanderin zu recherchieren, zum anderen wollte ich mir den Park schon immer einmal anschauen.

Die Gärten der Welt ist ein riesiges Gelände, in dem verschiedene Themengärten existieren: China, Japan, Korea, der Orient, Irrgarten, ein Labyrinth, Staudengärten, ein Christlicher Garten, Bali-Tropenhalle, Renaissance, England.

Da sollte für jeden etwas dabei sein 🙂

Man schafft es gut, sich von jedem Garten an einem Nachmittag einen Überblick zu verschaffen. Wenn man länger verweilen möchte, sollte man sich einen Tag Zeit nehmen. Der Eintritt kostet 5€ und besitzt man eine Jahreskarte, die für andere Parkanlagen in Berlin ebenfalls gültig sind, kann man diese auch hier nutzen.

Weitere Informationen könnt ihr euch auf der Homepage zu Gemüte führen.

Ich kann euch den Besuch wirklich nur empfehlen. Es hat etwas von einer floralen Weltreise und ist Entspannung pur. Und für jeden Kreativen eine unglaubliche Inspiration. Ich war sehr beeindruckt, wie liebevoll, sauber und detailreich der Park angelegt ist. Ich hatte viel weniger erwartet und so viel mehr bekommen.

Da ich damals (2013) auf dem Trip war, mehr über Shaina und ihre Verbundenheit zur Natur zu lernen, ging ich in den Botanischen Garten, vorwiegend, um mir den Heilgarten anzuschauen. Da ich den restlichen Nachmittag frei hatte und nicht genug kriegen konnte, beschloss ich kurzerhand vom Botanischen Garten quer durch Berlin nach Marzahn zu fahren. Nein, Cindy habe ich dort nicht gefunden.

Schnell noch ein Buch in Steglitz gekauft und los ging es!

Ich betrat den Park und stürzte mich sogleich ins Gewühl und startete meine Weltreise. Der erste Besuch war der Balinesische Garten. Es ist echt witzig, jetzt die Bilder anzuschauen und die Architektur der Statuen als vertraut zu empfinden, weil man bereits da war. Mit anderen Worten: Sehr originalgetreue Darstellung!

Hier konnte man viele Orchideen und regenwaldähnliche Pflanzen bestaunen. Die Tropenhalle bzw eher -hällchen waren recht klein, vor allem wenn man direkt aus dem Botanischen Garten kommt. Dafür war es aber sehr liebevoll angelegt und wirklich schön.

Hier wuchs mein Wunsch, dass ich unbedingt mal nach Bali reisen möchte stärker an. Und gleichzeitig werde ich die Ideen, die mir damals kamen, für meine Bali-Romanidee nutzen.

Danach bin ich in den Koreanischen und Japanischen Garten gegangen. Dort gab es super viele Infotafeln zu den einzelnen Gebäuden, die dort aufgebaut sind. Ich habe mir nicht alle durchgelesen, weil ich eher Lust hatte, die Natur zu genießen. Außerdem war es dort recht voll.

Ich fand die Atmosphäre wunderschön. Sehr zenmäßig, ruhig, mit einem Bach, der leise im Hintergrund vor sich hin plätscherte. Ich habe mich dort einige Minuten hingesetzt und den Verlauf des Wassers verfolgt. Geschaut, wie das Sonnenlicht im Wasser funkelt und das getan, was man halt so tut, wenn man in so einer Umgebung ist: achtsam sein.

Da ich irgendwann mal einen Roman in diesem Setting schreiben möchte, war es eine tolle Anregung, diese Atmosphäre am eigenen Leib zu spüren, da ich nicht scharf darauf bin, nach China oder Japan zu reisen. Wobei es sicherlich tolle Länder sind. Nur eben keines meiner Reiseziele.

Ich schaute mir den Formalen Garten an, was ich tierisch witzig fand, weil es eine typische Parkanlage war. Mit Blumenbeeten, Wegen und einem Teich.

Danach ging es in den Christlichen Garten. Von dem war ich wirklich sehr beeindruckt. Er stellt ein viereckiges Gebiet dar, das von einer Holzkonstruktion überdacht ist. Aber nicht als Schuppen oder Hütte, sondern aus Worten, die aus der Bibel stammen.

Man geht als durch die Bibel hindurch, quasi. Kann die Wörter lesen oder wie auch immer, man das nennen möchte. Ich fand die Erfahrung, das Wort, gerade auch im Zusammenhang mit Religion, so zu erleben, unglaublich bereichernd. Ich blieb oft stehen, um die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen, die Worte aufzusagen, sie zu ERLEBEN und zu erfahren. Das kann man auch, ohne besonders religiös zu sein 😉

Von der Erfahrung und dem Gefühl her gefiel mir dieser Garten am meisten. Nicht, weil ich ach so religiös bin, sondern weil ich Sprache und Worte liebe. Die Erfahrung, so von Worten umgeben zu sein und sie auf diese Weise zu erleben, war sehr eindrücklich. Ich würde mich sehr dafür interessieren, wie ihr das empfunden habt / empfindet, solltet ihr mal dort sein! 🙂

Danach ging es nach China. Auf diesen Garten war ich sehr gespannt, da einige Szenen in Die Lichtmagierin in China spielen. Leider empfand ich den Garten als enttäuschend. Er liegt direkt am See, hier und da gab es ein paar chinesisch angehauchte Gebäude und ein Restaurant. Da hätte ich mehr erwartet, gerade weil Korea und Japan so viel liebevoller angelegt waren.

Danach begann mein Horrortrip, über den ich heute noch immer lachen muss. In New Tomorrow und auch Amicitia kommen Labyrinthe vor und ich dachte mir so: „Yeah! Voll geil! Geh mal rein und spür mal, wie das so für deine Figuren wird. Das wird dann im Roman so richtig authentisch!“

Da ich erst mittags gekommen war, musste ich ein wenig auf die Zeit achten, um alles zu schaffen, bevor der Park schließt.

Ich schaute mir also den Plan an, ah okay, kleines Labyrinth, super, und marschierte los. ICH VERBRACHTE EINFACH MAL ZWEI STUNDEN IN DIESEM PUPSIGEN LABYRINTH! Ungelogen!

Ich hab mich so hammerhart darin verlaufen, das ist nicht mehr lustig. Ich kann das heut noch immer nicht fassen. Wie planlos muss man sein? ZWEI STUNDEN!

Irgendwann fand ich den Weg heraus, fotografierte mir den Plan ab und ging wieder rein. Ich wollte UNBEDINGT zu der kleinen Aussichtsplattform. Stolz und so. Das konnte ich ja nicht auf mir sitzen lassen. Selbst mit Plan habe ich mich noch einmal verlaufen. Ich erreichte dann aber die Plattform (man glaubt es kaum), machte ein Bild und dann wuselte ich wieder zurück.

Also mit anderen Worten: Meine Protagonisten in New Tomorrow tun mir jetzt schon leid, denn das Labyrinth wird härter und schwerer.

(Ende vom Lied: Ich hatte danach den grausamsten Sonnenbrand nach meiner Romfahrt. Und das will was heißen)

Völlig fertig, immerhin herrschten so an die 30 Grad, ging ich zum Renaissance-Garten. Da der am Ende des Parks liegt, war es dort wunderbar leer. Renaissance ist ja immer sehr überladen, kitschig und an der Grenze des Erträglichen. Fand ich auch hier so, hat mich aber nicht gestört.

Ich habe dort kurz Pause gemacht, etwas gegessen und bin dann triumphierend und mit innerlich hochgehaltenem Stinkefinger am Labyrinth vorbei Richtung Ausgang gegangen.

Langsam musste ich wirklich zurück, da der Park bald dicht machte. Zum Abschluss schaute ich mir den Orientalischen Garten an, der sehr schön angelegt war. Leider wurde mir von den vielen Mosaikmustern etwas schlecht. Lag wohl auch an der Hitze.

Ich genoss die frische Luft am Springenbrunnen, tobte mich mit den Fotos aus und setzte mich für die letzten Minuten hin, um mein Buch zu Ende zu lesen. Das war eine so tolle und ruhige Atmosphäre, der Duft der Blumen, gedämpfte Gespräche, das Rauschen der Brunnen. Hach. Das war der perfekte Abschluss eines zwar anstrengenden, aber wundervollen Tages, voller Inspirationen und Eindrücken.
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5 Gedanken zu “Tour durch die Gärten der Welt

  1. Wie schöööööööööööön ♥
    Hätte ich mir vielleicht nicht anschauen sollen, weil ich eventuell bald nach Erlangen in den Botanischen Garten fahren will und dann bin ich nur enttäuscht 😀
    Ich finde alle Bilder toll und kann mich gar nicht so schnell entscheiden, welchen Garten ich am ansprechendsten finde, aber… ich finde den christlichen Garten sehr sehr faszinierend. Wäre sicher auch was für mich.

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  2. Hallo liebe Julia! ♥

    Haha, aber unser Botanischer Garten ist ja auch nicht sooo krass. Der Fokus liegt in diesem „Erholungspark“ ja auch ganz woanders 🙂
    Es freut mich sehr, dass dir der kleine visuelle Ausflug gefallen hat! Als ich die Bilder für den christlichen Garten rausgesucht habe, musste ich auch direkt an dich denken 🙂

    Liebe Grüße,
    Sarah

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  3. Huhu liebe Sarah,

    hach habe ich es hier vermisst. Ich fange jetzt langsam (gaaanz langsam) an deinen Blog abzuarbeiten 😀
    Dieser Beitrag war wunderbar und irgendwie durch die Bilder ganz entspannend. Zumindest dann, wenn man sich in deinen Text und die Bilder hineinversetzt und versucht sich selbst vor Ort zu denken. Dann hört man fast schon das Rauschen eines Baches. 😀
    Den Garten kenne ich selber nicht (war aber auch nur im Studium wegen der Architektur für drei Tage in Berlin) aber er klingt wundervoll. Klasse, dass die dort wirklich verschiedene Themen haben.
    Die verschiedenen Gärten sehen wundervoll aus und ich kann mir super vorstellen, welche Inspirationsquelle dort auf die gelauert hat 🙂
    Und das mit dem Labyrinth kenne ich. Die unterschätzt man oftmals einfach total. 😀

    Liebe Grüße,
    Alex

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  4. Hallo liebe Alex,

    ich habe deine Kommentare auch sehr vermisst! Es freut mich, dass du wieder hierher gefunden hast ♥

    Sehr schön, dass dir der Beitrag so gut gefallen hat 🙂
    Hehe, dann solltest du im Sommer noch einmal nach Berlin kommen 😀 dann kannst du da sicherlich auch tolle Erfahrungen sammeln 🙂

    Ich muss immer noch schlapplachen, wenn ich dran denke, wie verloren ich im Labyrinth war 😀 das vergess ich sicherlich nie 😉

    Liebe Grüße,
    Sarah

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